
DIE LIEBENDEN – liebe
Primäre Bedeutung
Umgekehrte Bedeutung
Beschreibung
In der Liebe geht es bei den Liebenden darum, dass Liebe kein Gefühl, sondern eine Entscheidung ist – und zwar eine, die man nicht nur einmal treffen muss, sondern jeden Morgen aufs Neue.
Schau dir die Karte genau an, wo ein Mann und eine Frau nackt in einem Garten stehen, über ihnen erhebt sich ein riesiger Engel aus den Wolken, und achte auf das Wichtigste: Niemand schaut in dieselbe Richtung. Der Mann schaut die Frau an, die Frau schaut nach oben zum Engel, und der Engel schaut keinen von beiden an.
Darin liegt etwas Wunderschönes und gleichzeitig etwas Beunruhigendes, denn es vermittelt die Botschaft, dass der, den du liebst, immer etwas sieht, was du nicht siehst – und das kann man nicht beseitigen, nur respektieren.
Auch der Name der Karte ist kein Zufall: nicht „Die Liebe“, sondern „Die Liebenden“ – sie trägt nicht den Namen eines Gefühls, sondern den zweier Menschen, denn das Gefühl kommt von selbst, aber zu zweit zu sein, ist Arbeit.
Wenn du in einer Beziehung lebst, dann schau dir den einsamen Berg zwischen ihnen im Hintergrund an, auf den keiner von beiden schaut, denn in jeder Liebe gibt es so einen Berg: das eine Ding, über das ihr noch nicht gesprochen habt, das ihr beide seht, wenn ihr zufällig dorthin blickt, und das ihr beide leichter findet zu umgehen als zu erklimmen. Diese Karte fragt dich jetzt, wie lange du ihn noch umgehst.
Wenn du allein bist, dann bemerke, dass sie keine Rüstung, keinen Umhang, nichts tragen – und das ist keine erotische Sache, sondern beängstigend, denn es bedeutet, dass es nichts zu leugnen gibt. Deshalb ist wahre Nähe so selten: nicht, weil es schwer ist, jemanden zu finden, sondern weil es schwer ist, die Rüstung vor einem Menschen abzulegen, der noch nichts versprochen hat.
Und beachte die zwölf Flammen am Baum hinter dem Mann, so viele, wie Monate im Jahr sind: Leidenschaft ist kein Dauerzustand, sondern brennt in Jahreszeiten – und wer glaubt, dass die Glut das Ende ist, hat noch nie ein ganzes Jahr mit jemandem erlebt.
Sprich heute den einen Satz aus, den du seit Monaten auf der Zunge hast.
Botschaft
Es gibt einen Satz, den du seit Monaten auf der Zunge hast. Heute Abend geht es darum.
Sieh dir die Karte genau an, auf der ein Mann und eine Frau nackt in einem Garten stehen, über ihnen erhebt sich ein riesiger Engel aus den Wolken, mit ausgebreiteten Armen und feuerroten Flügeln, und hinter ihm strahlt die Sonne so hell, dass man kaum hineinsehen kann.
Und achte auf das Wichtigste: Niemand schaut in dieselbe Richtung. Der Mann sieht die Frau an, denn für ihn ist sie das Sichtbare – der Körper, die Gegenwart, die greifbare Realität. Die Frau hingegen blickt nach oben, zum Engel, denn sie beobachtet, was jenseits der Beziehung liegt.
Das ist deine Botschaft heute Abend, denn sie lehrt dich, dass der, den du liebst, immer etwas sieht, was du nicht siehst – und das kann man nicht aufheben, nur respektieren. Wenn du jetzt das Gefühl hast, ihn nicht ganz zu verstehen, dann hast du keinen Fehler gemacht: So sehen zwei Menschen aus, die einander lieben.
Auch der Name der Karte ist kein Zufall: nicht „Die Liebe", sondern „Die Liebenden" – sie trägt nicht den Namen eines Gefühls, sondern den zweier Menschen. Das Gefühl kommt von selbst, aber zu zweit zu sein ist eine Entscheidung, und zwar nicht einmalig, am Anfang, feierlich, sondern jeden einzelnen Tag aufs Neue: dass du dich zuwendest, dass du zuhörst, dass du es aussagst.
Sieh dir jetzt den Baum hinter dem Mann an, an dem statt Blättern zwölf Flammenzungen brennen, genau so viele Monate, wie das Jahr hat. Das ist deine Warnung: Leidenschaft ist kein Dauerzustand, sondern brennt in Jahreszeiten – es gibt Monate, in denen sie lodert, und solche, in denen sie nur glimmt. Wer glaubt, dass die Glut das Ende ist, hat noch nie ein ganzes Jahr mit jemandem verbracht.
Und jetzt sieh dir diesen einsamen Berg zwischen ihnen an, dort hinten, in der Ferne, auf den keiner von beiden schaut. In jeder Liebe gibt es so einen Berg: das eine Ding, über das ihr noch nicht gesprochen habt, das ihr beide seht, wenn ihr zufällig dorthin blickt, und das ihr beide leichter findet zu umgehen als zu erklimmen.
Beachte auch, dass sie keine Rüstung tragen, keinen Umhang, nichts – und das ist auf dieser Karte nichts Erotisches, sondern beängstigend, denn es bedeutet, dass es nichts zu leugnen gibt und keinen Satz, mit dem man nachträglich korrigieren könnte, wie du ausgesehen hast.
Heute Abend sprich diesen einen Satz aus. Wenn dir davon jetzt der Magen krampft, dann ist diese Karte genau für dich.
In umgekehrter Position ist die Versuchung selten das, wonach sie aussieht: Es ist nicht die Versuchung, dass jemand anderes auftaucht, sondern die, dass man sich nicht entscheiden muss – denn solange man auf zwei Wegen steht, muss man auf keinen verzichten.
