SECHS DER MÜNZEN
Farbe: Érmék · Hatos

SECHS DER MÜNZEN

Geben und NehmenGroßzügigkeitGleichgewichtFluss der UnterstützungWaageAkzeptanzAbhängigkeitWürdeVollendung

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Aufrechte Bedeutung

Die Sechs der Münzen ist die Karte des Gleichgewichts von Geben und Nehmen: Fülle fließt frei, wenn du mit offenem Herzen gibst und empfängst. Großzügigkeit schließt nun den Kreis und kehrt auch zu dir zurück.

Umgekehrte Bedeutung

Das Gleichgewicht von Geben und Nehmen kann gestört sein. Die Bitte der Karte: Achte darauf, dass der Fluss fair ist.

Entsprechungen — Element: Erde · Farbe: Münzen · Rang: Sechs · Ja–Nein: Ja

Das Bild und die Symbolik der Karte

Ein gut gekleideter Kaufmann steht da. In der einen Hand hält er eine Waage, mit der anderen lässt er Münzen in die Hand eines knienden Bettlers fallen. Ein weiterer Bettler kniet daneben und wartet.

Drei Menschen. Einer, der gibt. Zwei, die empfangen.

Diese Karte ist äußerlich die Karte der Großzügigkeit. Und das ist sie auch. Aber es gibt etwas in ihr, das es wert ist, einmal gesehen zu werden.

Die Waage

Der Kaufmann verschwendet kein Geld. Er misst es ab.

Diese Karte handelt nicht von selbstloser Liebe. Sondern vom Geben, das ein Maß hat. Wer alles hergibt, bettelt einen Monat später selbst. Wer nichts gibt, bleibt allein mit seinem Vermögen.

Die Waage bedeutet: Geben ist dann gut, wenn du danach selbst noch stehen kannst.

Wenn diese Karte jetzt zu dir gekommen ist, fragt sie dich: Misst du? Oder gibst du einfach, solange du hast, und wenn es aufgebraucht ist, gibst du dir selbst die Schuld, dass du nicht stark genug bist?

Die zwei Bettler

Sieh sie dir an. Einer empfängt. Der andere wartet.

Dies ist die grausame, stille Wahrheit dieser Karte: Im Geben gibt es immer eine Entscheidung. Du kannst nicht jedem geben. Wer glaubt, dass er es kann, gibt in Wirklichkeit niemandem genug.

Und diese Entscheidung lässt sich nicht vermeiden. Wer nicht wählt, hat auch gewählt – nur hat er es nicht zugegeben.

Das Knien

Und nun das Wichtigste.

Die Bettler knien. Er steht.

Dies ist der Schatten dieser Karte, und deshalb ist diese Karte nicht so idyllisch, wie sie scheint. Wenn dir jemand etwas gibt, sinkst du in diesem Moment eine Stufe tiefer. Das ist keine Bosheit – das ist die Natur der Situation. Deshalb ist es schwer, es anzunehmen.

Und deshalb verzichten viele lieber, als zu knien.

Wenn du derjenige bist, der gibt: Achte darauf, dass dein Geben niemanden in die Knie zwingt. Gutes Geben ist unsichtbar. Es verlangt keine Dankbarkeit im Gegenzug.

Wenn du derjenige bist, der empfängt: Akzeptanz ist keine Demütigung. Der Kreis muss sich schließen. Wer niemals empfängt, ist nicht nur stolz – er beraubt den anderen der Freude am Geben.

Der Kreis

Diese Karte handelt davon, dass Fülle ein Fluss ist, kein Vorrat.

Heute gibst du. Vor einem Jahr hast du gekniet. In zwei Jahren wirst du es wieder tun. Das ist normal. Wer das versteht, wird niemals wirklich arm sein, denn er weiß, dass das Geld nicht ihm gehört – es fließt nur durch ihn hindurch.

Diese Karte kommt direkt nach der Fünf, und das ist kein Zufall. Bei der Fünf warst du draußen im Schnee. Hier bist du derjenige, der steht. Wer den Winter nicht vergessen hat, weiß, wie man gibt.

Der Schatten

In umgekehrter Position gerät die Waage aus dem Gleichgewicht.

Entweder gibst du immer, jedem, und niemand gibt dir – und du wirst langsam verbittert. Oder du hast etwas angenommen, das einen Preis hatte, und jetzt bist du verschuldet, und diese Schuld hat eine Kette geschaffen.

Es gibt ein Zeichen, an dem du genau erkennen wirst, dass sie aus dem Gleichgewicht geraten ist: wenn du anfängst, im Kopf aufzuzählen, was du für sie getan hast. Wenn die Liste erscheint, ist aus dem Geben eine Rechnung geworden.

Die Bitte der Karte

Sieh, auf welcher Seite du jetzt stehst, und bringe sie wieder ins Gleichgewicht.

Wenn du immer gibst: Bitte diese Woche um etwas. Einmal.

Wenn du immer empfängst: Gib etwas. Egal wie wenig. Nur weil es knapp ist, bist du nicht aus dem Kreis ausgeschlossen.

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